top of page

Wie kann man seinen ökologischen Fußabdruck im Garten reduzieren?

8. Aug.
7 Min. Lesezeit

Ein schöner Garten bedeutet nicht zwangsläufig einen hohen Wasserverbrauch, den Einsatz von Chemikalien oder stundenlange Pflegearbeiten. Im Gegenteil: Es ist durchaus möglich, einen gepflegten, blühenden und attraktiven Außenbereich zu genießen und gleichzeitig die Umweltbelastung deutlich zu reduzieren.

Der eigene Garten kann sogar zu einem wertvollen Lebensraum für die Artenvielfalt werden. Mit der richtigen Auswahl an Pflanzen, einem bewussten Umgang mit Wasser, der sinnvollen Verwertung von Gartenabfällen und umweltfreundlicheren Pflegemethoden kann jeder dazu beitragen, Ressourcen und Ökosysteme zu schützen.

Doch welche Maßnahmen eignen sich besonders gut für einen umweltfreundlicheren Garten? Hier sind die wichtigsten Gewohnheiten, die man übernehmen kann.


1. Den Wasserverbrauch im Garten reduzieren

Wasser gehört zu den wichtigsten Ressourcen, die es im Garten zu schützen gilt. Das Bewässern von Rasenflächen, Beeten und Gemüsebeeten kann insbesondere während heißer und trockener Perioden schnell einen hohen Verbrauch verursachen.


Seltener, aber gezielter gießen

Es ist nicht notwendig, den Garten jeden Tag zu bewässern. Häufig ist es sinnvoller, seltener, dafür aber gründlicher zu gießen. Dadurch können die Pflanzen tiefere Wurzeln entwickeln und besser mit trockenen Perioden umgehen.

Am besten bewässert man früh morgens oder am Abend. Bei niedrigeren Temperaturen verdunstet weniger Wasser und ein größerer Anteil gelangt tatsächlich zu den Pflanzen.


Regenwasser sammeln

Mit einer Regentonne oder einem anderen Regenwasserspeicher lässt sich der Verbrauch von Trinkwasser für die Gartenpflege deutlich reduzieren.

Gesammeltes Regenwasser kann beispielsweise verwendet werden zum:

  • Gießen von Blumen und Pflanzen;

  • Bewässern des Gemüsegartens;

  • Reinigen bestimmter Gartengeräte;

  • Bewässern junger Bäume und Sträucher.

Schon ein einfacher Regenwasserspeicher unter einem Fallrohr kann bei ausreichenden Niederschlägen mehrere hundert Liter Wasser auffangen.


Das richtige Bewässerungssystem wählen

Für Beete und Gemüseflächen ist eine Tropfbewässerung besonders interessant. Das Wasser wird direkt an den Wurzeln verteilt, wodurch Verdunstungsverluste reduziert werden und weniger Wasser unnötig auf Blätter gelangt.

Ein Bewässerungscomputer kann zusätzlich dabei helfen, eine übermäßige Bewässerung zu vermeiden.


2. Pflanzen auswählen, die zum Klima passen

Nicht alle Pflanzen benötigen die gleiche Menge Wasser, Sonne oder Pflege. Wer seinen ökologischen Fußabdruck reduzieren möchte, sollte deshalb Pflanzen wählen, die optimal zu den natürlichen Bedingungen des eigenen Gartens passen.

Pflanzen, die an das regionale Klima angepasst sind, sind in der Regel widerstandsfähiger und benötigen weniger Pflege.


Vor dem Kauf einer Pflanze lohnt es sich, folgende Fragen zu stellen:

  • Benötigt sie viel Wasser?

  • Kommt sie mit Trockenperioden zurecht?

  • Passt sie zum vorhandenen Boden?

  • Ist sie für die Temperaturen der Region geeignet?

  • Ist sie für Bienen und andere Bestäuber interessant?

  • Benötigt sie häufige Behandlungen oder besondere Pflege?


Heimische Arten oder besonders gut an das lokale Klima angepasste Pflanzen ermöglichen häufig einen widerstandsfähigeren und pflegeleichteren Garten.


3. Die Artenvielfalt fördern

Ein ökologischer Garten muss nicht überall perfekt aufgeräumt sein. Laub, Wildblumen, kleine Holzstapel oder weniger intensiv gepflegte Bereiche können wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tierarten darstellen.


Blumen für Bestäuber pflanzen

Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere bestäubende Insekten spielen eine wichtige Rolle in unseren Ökosystemen.


Um sie anzulocken, empfiehlt es sich, verschiedene Blumenarten zu pflanzen und unterschiedliche Blütezeiten miteinander zu kombinieren. So finden Insekten über einen längeren Zeitraum Nahrung.


Nektar- und pollenreiche Pflanzen können in Beeten, Pflanzkübeln oder sogar auf einem kleinen Balkon ihren Platz finden.


Lebensräume für Tiere schaffen

Schon wenige einfache Maßnahmen können einen klassischen Garten in einen wertvollen Rückzugsort für Tiere verwandeln.


Zum Beispiel kann man aufstellen oder anlegen:

  • ein Insektenhotel;

  • einen Nistkasten für Vögel;

  • eine flache Wasserstelle;

  • einen Haufen aus Ästen oder Holz;

  • eine abwechslungsreiche Hecke;

  • einen Bereich mit natürlicher Vegetation.


Dafür braucht man keinen großen Garten. Auch kleine Außenflächen können wichtige Nahrungsquellen und Verstecke für Tiere bieten.


4. Den Einsatz chemischer Produkte reduzieren

Herbizide, Insektizide und andere Pflanzenschutzmittel können Auswirkungen auf die im Garten lebenden Organismen und auf die umliegenden Ökosysteme haben.

Bevor eine Pflanze behandelt wird, sollte deshalb zunächst das tatsächliche Problem festgestellt werden.

Einige Blattläuse bedeuten beispielsweise nicht automatisch, dass eine Pflanze gefährdet ist. Bestimmte Insekten können sogar als Nahrungsquelle für natürliche Gegenspieler dienen.


Natürliche Helfer fördern

Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Vögel und andere natürliche Fressfeinde können dabei helfen, bestimmte Schädlingspopulationen zu regulieren.

Wer ihre Lebensbedingungen verbessert, kann den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren.

Die Artenvielfalt wird damit zu einem wichtigen Verbündeten des Gärtners.


5. Mulchen zur Gewohnheit machen


Mulchen ist eine einfache Methode mit zahlreichen ökologischen Vorteilen.

Eine Schicht aus organischem Material rund um die Pflanzen kann:

  • die Verdunstung von Wasser reduzieren;

  • den Bewässerungsbedarf verringern;

  • den Boden vor starker Hitze schützen;

  • das Wachstum unerwünschter Pflanzen begrenzen;

  • das Bodenleben fördern;

  • dem Boden nach und nach organische Substanz zuführen.


Dafür können beispielsweise trockenes Laub, getrockneter Rasenschnitt, gehäckselte Äste, Stroh oder Holzspäne verwendet werden – je nach Pflanzenart und Standort.

Mulchen ermöglicht es somit, bestimmte Gartenreste in wertvolle Ressourcen für den Garten zu verwandeln.


6. Gartenabfälle sinnvoll verwerten

Grüne Gartenabfälle müssen nicht zwangsläufig Abfall sein. Viele davon können direkt im eigenen Garten wiederverwendet werden.


Kompost herstellen

Obst- und Gemüseschalen, Laub, bestimmte Gartenabfälle und andere organische Materialien können kompostiert werden.


Der fertige Kompost kann anschließend zur Verbesserung des Bodens eingesetzt werden und den Bedarf an gekauften Düngemitteln oder Bodenverbesserern reduzieren.


Ein Komposter schafft damit einen natürlichen Kreislauf:

organische Abfälle → Kompost → Nährstoffversorgung des Gartens → neue Pflanzen.


Rasenschnitt wiederverwenden

Auch Rasenschnitt lässt sich sinnvoll nutzen.

Beim Mulchmähen kann fein zerkleinerter Rasenschnitt unter geeigneten Bedingungen auf der Rasenfläche verbleiben. Dort wird er nach und nach zersetzt und gibt einen Teil seiner Nährstoffe an den Boden zurück.

Allerdings sollte keine zu dicke Schicht entstehen, da sie den Rasen beeinträchtigen kann.


Äste häckseln

Beim Rückschnitt anfallende Äste können gehäckselt und anschließend als Mulchmaterial verwendet werden. Dadurch lässt sich die Menge der Gartenabfälle reduzieren und gleichzeitig ein nützlicher Rohstoff für den eigenen Garten herstellen.


7. Umweltfreundlicher mähen

Der Rasen kann einen beträchtlichen Teil der Gartenarbeit ausmachen. Ein extrem kurz geschnittener und vollkommen gleichmäßiger Rasen erfordert jedoch häufig mehr Pflege.


Etwas seltener mähen

Wenn das Gras etwas höher bleibt, kann es Trockenperioden besser überstehen und mehr Feuchtigkeit im Boden halten.

Außerdem kann es sinnvoll sein, bestimmte Bereiche des Gartens weniger häufig zu mähen und natürlicher wachsen zu lassen.


Eine Blumenwiese anlegen

Ein Teil der Rasenfläche kann in eine Blumenwiese umgewandelt werden. Dadurch lässt sich die Häufigkeit des Mähens reduzieren und gleichzeitig entstehen zusätzliche Nahrungsquellen für bestäubende Insekten.

Außerdem bringt eine Blumenwiese mehr Vielfalt und Farbe in den Garten.


Den richtigen Rasenmäher wählen

Auch die Wahl des Gartengeräts kann Einfluss auf die Umweltbelastung haben.

Für kleine Flächen kann ein handgeführter Spindelmäher ausreichen. Bei größeren Rasenflächen kann ein Elektro- oder Akku-Rasenmäher eine interessante Alternative zu bestimmten Benzinmodellen darstellen.

Entscheidend ist vor allem, ein Gerät zu wählen, das zur Größe und zu den tatsächlichen Anforderungen des Gartens passt. Ein überdimensioniertes Gerät verursacht unnötigen Ressourcen- und Energieverbrauch.


8. Gartengeräte pflegen, statt sie frühzeitig zu ersetzen

Ein geringerer ökologischer Fußabdruck hängt auch von der Lebensdauer der verwendeten Geräte ab.


Eine gut gepflegte Maschine kann deutlich länger funktionstüchtig bleiben. Das gilt unter anderem für Rasenmäher, Heckenscheren, Motorsensen, Laubbläser und Kettensägen.


Einige einfache Maßnahmen können dabei einen großen Unterschied machen:

  • Geräte regelmäßig reinigen;

  • Verschleißteile kontrollieren;

  • Messer und Schneidwerkzeuge bei Bedarf schärfen;

  • Wartungsempfehlungen des Herstellers beachten;

  • Geräte trocken und geschützt lagern;

  • nach Möglichkeit nur defekte Einzelteile ersetzen.

Langlebige Geräte sind in der Regel nachhaltiger als ein häufiger Neukauf.


9. Den Einsatz des Laubbläsers reduzieren

Ein Laubbläser ermöglicht es, Terrassen, Wege oder Rasenflächen schnell zu reinigen. Allerdings muss er nicht überall eingesetzt werden.


Laub muss nicht zwangsläufig aus jedem Bereich des Gartens entfernt werden. In Beeten, unter Bäumen oder in naturnahen Bereichen kann es den Boden schützen und zahlreichen Organismen als Unterschlupf dienen.


Für kleine Flächen können Rechen oder Besen eine einfache Alternative sein. Den Laubbläser kann man gezielt dort einsetzen, wo eine schnelle Reinigung tatsächlich notwendig ist.


10. Die Bodenqualität schützen

Ein ökologischer Garten beginnt mit einem gesunden Boden.

Regenwürmer, Pilze, Bakterien und zahlreiche andere Bodenorganismen tragen dazu bei, organisches Material abzubauen und natürliche Kreisläufe im Boden aufrechtzuerhalten.


Um dieses Bodenleben zu schützen, empfiehlt es sich:

  • den Boden nicht unnötig intensiv zu bearbeiten;

  • regelmäßig organisches Material zuzuführen;

  • reifen Kompost zu verwenden;

  • den Boden möglichst bedeckt zu halten;

  • unnötige chemische Behandlungen zu vermeiden;

  • eine starke Verdichtung des Bodens zu verhindern.


Ein lebendiger Boden kann außerdem dazu beitragen, Wasser besser zu speichern.


11. Auf abwechslungsreiche Hecken setzen

Eine Hecke aus nur einer Pflanzenart bietet in der Regel weniger Vielfalt als eine gemischte Hecke.


Eine abwechslungsreiche Hecke kann bieten:

  • Blüten für Insekten;

  • Früchte und Samen für Vögel;

  • Verstecke für Kleintiere;

  • Nistmöglichkeiten;

  • Schutz vor Wind.


Gleichzeitig kann eine solche Hecke das Erscheinungsbild des Gartens aufwerten und einen wertvollen Lebensraum für verschiedene Tierarten schaffen.


12. Bäume pflanzen

Bäume spielen eine wichtige Rolle in einem nachhaltigen Garten.

Sie spenden Schatten, speichern Kohlenstoff und können Lebensräume für zahlreiche Tierarten schaffen.


Außerdem können sie durch ihre Blätter und die Verdunstung von Wasser dazu beitragen, das unmittelbare Umfeld abzukühlen.


Vor dem Pflanzen eines Baumes sollten jedoch seine ausgewachsene Größe, sein Wurzelsystem, der Standort und die erforderlichen Abstände zu Gebäuden und anderen Pflanzen berücksichtigt werden.


Ein Baum, der zum vorhandenen Platz passt, kann über viele Jahrzehnte erhalten bleiben.


13. Einen Garten gestalten, der weniger Pflege benötigt

Die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks hängt nicht nur von den verwendeten Geräten oder Produkten ab. Sie beginnt bereits bei der Planung des Gartens.

Ein gut geplanter Garten kann den Pflegeaufwand erheblich reduzieren.


Zum Beispiel können Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf zusammen gepflanzt werden. Rasenflächen sollten dort eingesetzt werden, wo sie tatsächlich genutzt werden, während in dekorativen Bereichen dauerhafte Bepflanzungen sinnvoll sein können.


Das Ziel besteht darin, einen Garten zu schaffen, der stärker mit den natürlichen Bedingungen des Standorts arbeitet, anstatt ständig gegen sie anzukämpfen.


14. Beim Einkauf unnötigen Verbrauch vermeiden

Bei der Gestaltung und Pflege eines Gartens sammeln sich schnell Töpfe, Werkzeuge, Zubehör und Produkte an, die später nur selten verwendet werden.


Vor jedem Kauf lohnt es sich daher, einige Fragen zu stellen:

Brauche ich dieses Produkt wirklich?

Kann ich etwas, das ich bereits besitze, reparieren oder wiederverwenden?

Gibt es eine langlebigere Alternative?

Passt dieses Gerät tatsächlich zu meinem Bedarf?


Robuste, reparierbare und bedarfsgerechte Produkte können dazu beitragen, den Ressourcenverbrauch langfristig zu reduzieren.


15. Gewohnheiten Schritt für Schritt verändern

Es ist nicht notwendig, den gesamten Garten von einem Tag auf den anderen umzugestalten.


Schon einige einfache Veränderungen können einen Unterschied machen.

In diesem Jahr: Eine Regentonne aufstellen und mit dem Kompostieren beginnen.

Im nächsten Jahr: Einen Teil der Rasenfläche durch Pflanzen ersetzen, die Bestäuber fördern.

Danach: Mehr Mulch einsetzen und den Bewässerungsbedarf schrittweise reduzieren.

Langfristig: Hecken vielfältiger gestalten, Bäume pflanzen und Rückzugsbereiche für Tiere schaffen.


Ein schrittweises Vorgehen ermöglicht es, die Veränderungen an die Eigenschaften des Gartens und an die eigenen Gewohnheiten anzupassen.


Ein umweltfreundlicher Garten kann auch einfacher zu pflegen sein

Den eigenen ökologischen Fußabdruck im Garten zu reduzieren bedeutet nicht, auf einen schönen oder gepflegten Außenbereich verzichten zu müssen. Vielmehr geht es darum, einige Gewohnheiten neu zu überdenken.


Weniger Wasserverbrauch, mehr Mulch, geeignete Pflanzen, weniger chemische Produkte, ein bewusster Umgang mit dem Rasen, die Wiederverwertung von Gartenabfällen und mehr Raum für die Artenvielfalt sind allesamt Maßnahmen, die sich relativ einfach umsetzen lassen.


Letztendlich basiert ein ökologischer Garten auf einem einfachen Prinzip:

Mehr mit der Natur arbeiten, statt gegen sie.


Durch die Auswahl geeigneter Gartengeräte, eine regelmäßige und sachgerechte Wartung sowie mehr Raum für natürliche Prozesse kann man einen attraktiven Garten erhalten und gleichzeitig den Verbrauch von Ressourcen Schritt für Schritt reduzieren.

Und manchmal ist die umweltfreundlichste Lösung auch die einfachste: etwas weniger mähen, etwas weniger gießen und der Natur einen Teil der Arbeit überlassen.

 
 
 

Kommentare


bottom of page